Crowdworking

Eine Kritik der illusionären Wertschätzung und Wirkungsrelevanz

Erfolgreich als Designer durch Crowdworking? Ein Hype? Ein Versprechen für mehr Flexibilität, Freiheit, Selbstständigkeit, Unabhängigkeit? Möglichkeiten für Kosteneinsparung einerseits und Honorarmaximierung andererseits? Eine neue Ökonomie der Erwerbstätigkeit? Eine veränderte Machtbalance ohne Schutz und Sicherheiten? Fragen, die immer mehr Berufe und Branchen betreffenzunehmend auch die Designer und die Designwirtschaft, insbesondere in Hinblick auf ein kurzfristiges vs. langfristiges Denken! Mit dieser Kritik möchte ich aus der Sicht eines teilnehmenden Beobachters der Relevanz für beide auf den Grund gehen.


Was ist Crowdworking (Massenarbeit)?

Crowdworking ist eine Form des Crowdsourcing, welches begrifflich an Outsourcing angelehnt ist. Hier werden traditionell interne Teilaufgaben an eine Gruppe freiwilliger User ausgelagert und an eine quasi unbekannte Masse vergeben. Beim Crowdworking werden Arbeitsaufträge im Internet angeboten und vollständig darüber abgewickelt. Jede Arbeit, die mittels Computer erledigt werden kann, ist hier möglich, man braucht nur eine Website, auf der Auftraggeber und Crowdworker zusammengebracht werden.


Wie funktioniert die unbekannte Massenarbeit?

Online-Plattformen vermitteln Aufträge von Unternehmen an Internetuser, die diese bearbeiten können, ohne an einen festen Ort gebunden zu sein. In der Regel werden dort kleinteilige Aufgaben für wenig Geld erledigt, etwa Adressen finden, Bilder sortieren, Daten abgleichen, Software testen oder kurze Texte erstellen. Immer mehr Unternehmen nutzen immer häufiger diese Plattformen, um weltweit begabte und billige Fachkräfte extern zu beauftragen – Designer, Programmierer oder Texter.


Was sind unbekannte Massenarbeiter?

Crowdworker sollen mehrheitlich als Mikrojobber oder für Designarbeiten überwiegend als Solo-Selbstständige projektweise arbeiten und entscheiden frei darüber, ob sie einen Auftrag annehmen und wie viele Aufträge sie bearbeiten. Sie sind als Crowdworker nicht angestellt und auch nicht sozialversicherungspflichtig (ausgenommen die Freiberufler, die künstlerischen oder publizistischen Tätigkeiten nachgehen und sich über die Künstlersozialkasse versichern).


Wer profitiert von der unbekannten Massenarbeit?

Für die Crowdworker lohnen sich die überwiegend einzelnen und gering qualifizierten Aufträge kaum. Bei der Bearbeitung vieler Aufträge in kurzer Zeit lassen sich eventuell ein paar Euro pro Stunde verdienen, was vielleicht für einen kleinen Nebenverdienst reichen kann. Wenn daraus allerdings eine hauptberufliche Tätigkeit wird, bleibt nach Abzug der eigenen Kosten (zum Beispiel für Krankenversicherung etc.) oft nur ein Dumping-Lohn.


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Sie können die vollständige Kritk hier herunterladen (PDF):